Gelesen im November

Chris Moriarty - Lichtspur

Chris Moriarty – Lichtspur. Ein Cyberpunk-Space-Opera-Polizei-Thriller. Oder so. Die Menschheit hat den überlichtschnellen Raumflug entwickelt. Möglich gemacht haben das Bose-Einstein-Kondensat-Kristalle, die auf Compson’s Planet unter der Regie großer Konzerne und unter üblen Arbeitsbedingungen abgebaut werden (Ich glaube ja nicht, dass das mit der Physik so hinhaut, aber…).  Das Verfahren hat allerdings einen Haken: Die Hyperraum-Reisen zerstören nach und nach die Erinnerungen der Reisenden. “Vielflieger” wie die Angehörigen der UN-Friedenstruppen, die auf den verschiedenen Planeten für Ordnung sorgen, lassen sich daher Zusatz-Speicher implantieren, die alles aufzeichnen. Als eine Physikerin, die entscheidenden Anteil an der Entdeckung des Überlicht-Flugs hatte, unter ungeklärten Umständen in einer Mine auf Compson’s Planet ums Leben kommt, wird Catherine Liu von den Friedenstruppen dort hin geschickt, um zu ermitteln.

Das Buch ist ziemlich vollgepackt, denn alle möglichen Gruppen und Einzelpersonen (der Bergbaukonzern, die Bergarbeitergewerkschaft, der Sicherheitsdienst des Bergwerks, die Friedenstruppen, eine Gruppe von AIs…) haben ihre eigenen Pläne und intrigieren, was das Zeug hält. Gut aufpassen ist also angesagt. Dann sieht man auch großen Plot-Twist am Ende schon von Weitem kommen. Trotzdem würde mich interessieren, wie es in diesem Universum weitergeht. Vielleicht lese ich ja mal weitere Romane aus dieser Reihe.

Ursula K. LeGuin - Die zwölf Striche der Windrose

Ursula K. LeGuin – Die zwölf Striche der Windrose. Das Gute an SF-Kurzgeschichten ist, dass dort die entscheidenden Ideen sozusagen in konzentrierter Form vorliegen. Und das häufig vorhandene offene Ende und der Plot Twist können zum Nachdenken anregen. Das ist besonders bei einer so meisterhaften Autorin wie Ursula K. LeGuin der Fall. Wie man es aus ihren Roman wie z.B. Planet der Habenichtse, Winterplanet oder Die Geißel des Himmels kennt, interessiert sie sich eher für die psychologischen, sozialen und politischen Aspekte ihrer Welten, als für die zugrunde liegenden SF-Technologien.

Dieses Buch ist leider längst vergriffen; glücklicherweise konnte ich es noch leicht zerfleddert aus einem Antiquariat bergen.

David Baldacci - Der-Präsident

David Baldacci – Der Präsident. Es gab da mal einen Film mit Clint Eastwood namens Absolute Power, der eigentlich überall eher bescheidene Kritiken eingefahren hat. Also eigentlich kein Grund für mich, die Romanvorlage zu lesen – wenn mir nicht “Das böse A” im Rahmen der letzten Kindle-Weihnachtsaktion ein elektronisches Exemplar kostenlos überlassen hätte.

Ein Profi-Einbrecher wird bei seiner letzten Unternehmung vor dem Ruhestand zufällig Zeuge eines Schäferstündchens zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten und einer jungen Frau. Dabei entpuppt sich der Präsident als brutaler Schläger, der seine Gespielin erst mal ordentlich vermöbelt. Die Situation eskaliert so weit, dass die Secret-Service-Bodyguards die Frau schließlich erschießen. Dummerweise haben sie mitbekommen, dass es einen Zeugen gab, der aus dem Weg geräumt werden muss, um einen Skandal zu vermeiden.

Dieses Buch regt mich auf. Nicht, weil es so spannend wäre, sondern wegen der Unfähigkeit der “Guten”. Die Bösewichter sind ihnen immer mindestens zwei Schritte voraus, weil die Guten wirklich gar nichts auf die Reihe kriegen. Sie schaffen es, nicht nur das einzige Beweisstück zu verbaseln, sondern auch noch die Fotos davon; ein wichtiger Zeuge wird vor den Augen der Polizei erschossen, obwohl es zuvor Hinweise gab, dass genau das passieren könnte; obwohl der ermittelnde Polizist sogar von einem weiteren Mitwisser Hinweise auf Merkwürdigkeiten des Falles erhält, macht er daraus nicht das geringste; der Einbrecher, der zuvor immer überlegt und kaltblütig vorging, wird von einem Moment auf den anderen zu einem jammernden Häufchen Elend, der alles passiv über sich ergehen lässt und so weiter und so weiter.

Natürlich darf auch mein Lieblings-Thriller-Versatzstück nicht fehlen: Eine Person hat auf irgend eine Weise entscheidende Kenntnisse erlangt, z.B. wer der Mörder ist/was das Ziel der Verschwörung ist/wo wichtige Beweisstücke zu finden sind oder ähnliches. Niemand sonst weiß davon. Aber anstatt dieses entscheidende Wissen möglichst schnell an jemanden weiterzugeben, der etwas damit anzufangen weiß, fängt diese Person ohne jeden vernünftigen Grund seltsame Spielchen an, a la “Kommen Sie beim nächsten Neumond um Mitternacht zur alten Fabrikruine in der Nachbarstadt, leihen Sie sich für die Anfahrt einen Roller, aber gehen Sie danach auf den Händen und wackeln Sie dabei mit den Ohren, dann sage ich Ihnen, wer der Mörder ist.” (das ist jetzt nur eine klitzekleine Übertreibung). Selbstverständlich kommt es dazu nicht mehr… So einen Mist möchte ich wirklich nie nie mehr lesen oder in einem Film sehen. Ginge das, ja?

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