Aliens (C64, 1987)

Aliens ist immer noch einer der besten Sci-Fi/Action-Filme überhaupt. Den habe ich, als er 1986 herauskam, allerdings nicht im Kino gesehen – dazu war ich noch nicht alt genug.

Wie für viele erfolgreiche Filme gab es natürlich auch zu Aliens eine Videospiel-Umsetzung. Oder, um genauer zu sein: Im Jahr 1987 erschienen gleich zwei offizielle Aliens-Spiele für Home Computer. Da wäre einmal Aliens: The Computer Game von Activision. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von mehreren Mini-Spielen, die Szenen aus dem Film nachempfunden sind. Das zweite Spiel nennt sich einfach nur Aliens und wurde von Electric Dreams vertrieben. Die Beschreibung des letzteren war viel interessanter, und auch die Reviews waren meist besser, weshalb ich diese Version gespielt habe.

Die Handlung des Spiels dürfte aus dem Film bekannt sein: Eine Gruppe von Space Marines landet zusammen mit Ripley auf LV-426 und muss sich durch die Alien-verseuchte Kolonie bis zur Alien-Königin durchkämpfen. Der Spieler steuert dabei sechs Team-Mitglieder, zwischen denen jederzeit gewechselt werden kann. Diese werden immer wieder von ausgewachsenen Aliens und später auch Face Huggern angegriffen. Wenn der Alarm des Bewegungsmelders ertönt, heißt es schnell sein, um das Mistvieh zu finden, bevor es zu spät ist, und mit einem gezielten Schuss aus der Pulse Rifle außer Gefecht zu setzen.Natürlich wird nicht nur das gerade vom Spieler kontrollierte Team-Mitglied angegriffen, auch die nicht aktiven müssen beschützt werden.

Remember: Short, controlled bursts.

Remember: Short, controlled bursts.

Mit zunehmender Spieldauer nehmen dabei die Alien-Angriffe immer mehr zu, so dass erst Hektik ausbricht und irgendwann die nackte Panik herrscht. Damit ist die Stimmung des Films schon gut eingefangen.

Aliens ist gewissermaßen ein First Person Shooter ohne 3D-Grafik. Als Spieler bewege ich das Fadenkreuz über den scrollenden Hintergrund, ähnlich wie bei Operation Wolf und vergleichbaren Spielen. Allerdings kann ich meinen Weg durch die Kolonie selbst bestimmen, statt mich wie auf Schienen zu bewegen – ein Druck auf die Leertaste wechselt in den nächsten Raum, falls das Fadenkreuz gerade über der Verbindungstür ist. Ich stelle mir dabei immer vor, wie mein schwer bewaffneter Marine in der Mitte des Raums steht, sich um die eigene Achse dreht, um schließlich mit der Knarre auf eine Tür zu zeigen: “Da will ich lang!” Und zack! Weg ist er…

Game over, man, game over!

Game over, man, game over!

Im Titel steht zwar nur etwas von C64, aber eigentlich habe ich drei verschiedene Versionen dieses Spiels ausprobiert. Zuerst natürlich die für den guten alten CPC. Bei der Grafik gibt es keine großen Unterschiede zur C64-Version, der Sound ist erstaunlicherweise sogar ein bisschen besser. Allerdings ruckelt das Scrolling ziemlich deutlich, und das ist nicht nur lästig, sondern führt vor allem dazu, dass ich häufiger daneben schieße. Der C64 hatte da eben doch die Nase vorn.

Neben diesen beiden Versionen gibt es noch ein modernes Remake namens LV-426. Grafik und Sound sind natürlich besser, sonst hält sich das Remake aber ziemlich genau an das Original. Als kleine Hilfe kann man allerdings eine Minimap und einen Kompass zuschalten, so dass wenigstens die Orientierung leichter fällt als beim Original.

There's movement all over the place!

There’s movement all over the place!

Und trotzdem hat das Remake eines gemeinsam mit den alten Versionen: Die sind alle verdammt schwer. Das schreibe ich in letzter Zeit zwar irgendwie immer, aber diesmal stimmt es wirklich. Zumindest stehe ich mit dieser Meinung nicht so ganz alleine da.

Schwierig ist nicht nur die Orientierung ohne Richtungsanzeige oder Automap, nur anhand der Raumnummern. Erschwert wird die Mission auch dadurch, dass die Team-Mitglieder schnell erschöpft sind und immer wieder eine Rast brauchen. Diese Erschöpfung zeigt sich daran, dass die Bewegung des Fadenkreuzes mit der Zeit immer langsamer wird, bis irgendwann gar nicht mehr geht. Aber vor allem ist die Munition sehr, sehr knapp. Nachschub gibt es nur an einer einzigen Stelle, nämlich in der Waffenkammer ein gutes Stück von der Startposition entfernt. Die muss man erst mal erreichen – bis jetzt ist mir das glaube ich nur ein einziges Mal gelungen. Und ohne Munition sind meine Marines den Aliens natürlich wehrlos ausgeliefert.

Immerhin passt das auch gut zum Film: Ich habe als Spieler genau so wenig eine Chance gegen die Aliens wie die Marines der Kino-Vorlage. Aber ich kann wenigstens jederzeit aufhören…

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

w

Connecting to %s