Intel HD4600 Workaround

Bei der Installation der Windows-Grafiktreiber für den On-Board-Grafikchip bei meinem neuen PC bin ich auf ein Problem gestoßen: Nach der Treiberinstallation und dem nachfolgenden Reboot sitze ich vor einem schwarzen Bildschirm. Das Windows-Logo ist noch sichtbar, danach wird der Bildschirm schwarz, weil der Monitor offenbar kein Signal mehr von der Grafikkarte bekommt.

Dieses Problem ist bei Intel offenbar schon seit 2012 bekannt, ohne dass es dafür eine Lösung gibt. Irgendwann mussten die Intel-Ingenieure in ihrer Not sogar im Support-Forum die Nutzer bitten, ihnen Computer mit diesem Fehler zu leihen. Eine Lösung gibt es allerdings bis jetzt immer noch nicht. Ich wundere mich nur, dass das in keinem der Testberichte, die ich vor dem Kauf gelesen habe, überhaupt erwähnt wird, noch nicht mal irgendwo versteckt in einem Nebensatz. Soviel zu Tests…

Das Problem mit dem schwarzen Bildschirm tritt bei vielen völlig unterschiedlichen Setups auf, so dass es sich womöglich gar nicht immer um den selben Bug handelt. Aber zumindest für mich habe ich nach dem Lesen vieler Tipps im Support-Forum und ein paar Experimenten einen Workaround gefunden.

Mein Setup:

  • Windows 7 64 bit Professional
  • Intel Core i5 4570
  • Mainboard: Gigabyte GA-H87-HD3 mit Intel HD4600 On-Board-Grafik
  • Monitor: Eizo FlexScan M1700 (alt, aber immer noch Top)
  • Kabel: Single-Link DVI (für die Auflösung, die der Monitor kann, reicht das noch)

Und hier die Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Nach der Treiberinstallation und dem Reboot den Monitor parallel zur digitalen Verbindung zusätzlich ganz altmodisch mit einem analogen VGA-Kabel anschließen. Der Monitor bekommt dann seine Signale über seinen analogen VGA-Eingang, es sollte also wieder ein Bild zu sehen sein.
  2. Den Geräte-Manager öffnen, dort den Eintrag für die Grafikkarte suchen, mit Rechts-Klick das Kontextmenü öffnen und dort “Treiber deaktivieren” auswählen. Es wird auf den Standard-VGA-Treiber von Windows umgeschaltet und damit wahrscheinlich auch auf eine steinzeitliche Auflösung wie 640×480 oder so.

    Treiber deaktivieren im Geräte-Manager

    Treiber deaktivieren im Geräte-Manager

  3. Sofort danach den Treiber im Geräte-Manager wieder aktivieren. Bei der Neu-Initialisierung wird jetzt die DVI-Verbindung ordnungsgemäß erkannt, der Monitor sollte auf den Digitaleingang umschalten. In der Systemsteuerung lässt sich jetzt die gewünschte Auflösung einstellen. Für den Augenblick stimmt die Einstellung also, leider ist das aber nicht von Dauer – nach dem nächsten Reboot geht das ganze Spielchen von vorne los. Es ist noch ein weiterer Schritt nötig.
  4. Das Tray-Icon für das Control Panel des Intel-Grafiktreibers suchen und mit Rechtsklick das Kontextmenü öffnen. Den Punkt “Grafikoptionen” auswählen und dort wieder “Ausgabe in”. Es werden (mindestens) zwei verschiedene Displays angezeigt. Bei mir wird mit “Monitor” die VGA-Verbindung bezeichnet, mit “digitales Display” die DVI-Verbindung. Diesen Punkt auswählen. Damit sollte die Konfiguration dauerhaft gespeichert sein und auch beim nächsten Start wieder automatisch ohne Gefummel geladen werden.
    Intel HD Graphics Control Panel

    Intel HD Graphics Control Panel

    Auswahl der DVI-Verbindung

    Auswahl der DVI-Verbindung

Entscheidend bei der ganzen Geschichte ist, dass das zusätzliche VGA-Kabel nicht entfernt werden darf, obwohl es eigentlich nicht mehr gebraucht wird. Ich erkläre mir das so: Wenn sich etwas an der Verkabelung ändert, wird das offenbar von Windows selbst oder dem Grafiktreiber erkannt und eine erneute Suche nach den vorhandenen Displays ausgelöst. Dabei schlägt der Bug wieder zu und der ganze Zirkus beginnt von Neuem. Ändert sich dagegen nichts, entfällt diese Suche und es wird beim Windows-Start die gespeicherte Konfiguration verwendet.

Erst nach meiner ganzen Experimentiererei habe ich diesen Workaround gefunden, der mir allerdings deutlich komplizierter zu sein scheint als meine Lösung. Im Übrigen finde ich es erstaunlich, dass es den Intel-Entwicklern auch nach mindestens anderthalb Jahren nicht gelungen ist, den Fehler zu finden und zu beheben.

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