Midi-Maze (Atari ST, 1987)

Multiplayer-Spiele waren noch nie mein Fall. Gut, das eine oder andere Mal Doom mit zwei PCs über Nullmodem-Kabel, oder Goldeneye im Split-Screen-Modus, das war OK. Zu Online-Multiplayer-Spielen hat The Oatmeal ja schon alles Wesentliche gesagt.

Zu den “jeder bringt seinen Rechner mit”-Spielen gehört auch Midi-Maze. Das war damals, wenn ich mich recht erinnere, eine kleine Sensation und ein Grund, die Besitzer eines Atari ST zu beneiden. Eine echte Killer-Applikation eben.

Es lassen sich bis zu 16 Ataris über die eingebauten MIDI-Schnittstellen verbinden. Die Spieler werden als Schleimis Smileys dargestellt, die sich durch ein einfaches 3D-Labyrinth bewegen. Die 3D-Darstellung erinnert dabei an noch frühere Zeiten: Was jedoch 1982 auf einem 8-Bit-Computer bei Wayout in ganz ähnlicher Form noch geradezu sensationell war, löst bei einem 16-Bit-Spiel fünf Jahre später nicht mehr unbedingt Begeisterungsstürme aus, gerade im Vergleich mit The Eidolon oder dem ersten Freescape-Spiel. Allerdings ist Midi-Maze schneller als die genannten, und darauf kommt es sicherlich bei Multiplayer-Schlachten besonders an.

Ich hätte das Spiel jedenfalls nicht gespielt, wenn es ein reines Multiplayer-Spiel wäre. Allerdings gibt es auch einen Einzelspielermodus (Alt+S drücken beim Titelbild), bei dem man gegen computergesteuerte Gegner antritt. Bots gab es eben auch schon vor Unreal Tournament…

Im Einstellungsdialog lassen sich Zahl und Art der Gegner einstellen. Die als “very dumb” bezeichneten sind in der Tat ausgesprochen dämlich und ziehen egal was passiert immer die selbe Bahn, sogar wenn sie beschossen werden. “Not so dumb” ist dagegen eher die Untertreibung des Jahres: Schon wenige Sekunden nach Spielstart habe ich einen dieser Gesellen am Allerwertesten hängen. Das merke ich normalerweise daran, dass ich getroffen werde. Abschütteln lassen die sich auch nicht, die bleiben hartnäckig dran. In Nullkommanix hat diese “nicht ganz so dämliche” Drone die nötigen drei Treffer erzielt, um mich erstmal vorübergehend auszuschalten. Bei der mittleren, “plain dumb” genannten Dronenart gestaltet sich der Kampf wenigstens ein bisschen ausgewogener.

Genau zwischen die Augen.

Genau zwischen die Augen.

Geschossen wird mit einem Ball, der recht gemütlich durch die Gegend fliegt. Nach jedem Schuss dauert es eine Weile, bis nachgeladen worden ist. Drei Treffer werden benötigt, um einen Gegner auszuschalten, wobei sich dieser allerdings wieder regenerieren kann, wenn er eine gewisse Zeit lang nicht getroffen wurde. Auch das ist also nicht erst eine Erfindung dieser neumodischen “Call of Honor: Medal of Black Warfare”-Shooter…

midi_maze_011

Im Einzelspielermodus macht das Ganze jedoch nur kurzzeitig Spaß, dazu fehlt dann doch die Abwechslung. MIDI-Maze ist ein Spiel, für das man menschliche Gegner braucht für den vollen Spielgenuss.

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